seg_buehnenbild.jpg Foto: D. Winter / DRK e.V.
(S)chnell-(E)insatz-(G)ruppenSchnell-Einsatz-Gruppe

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Schnelleinsatzgruppe (SEG)

Eine Massenkarambolage auf der Autobahn, eine Überschwemmung oder ein Schwächeanfall auf dem Rockkonzert – Menschen in Not können sich auf die Bereitschaften des Deutschen Roten Kreuzes verlassen.

Ansprechpartner

Servicestelle Ehrenamt
Florian Langen

Tel:  09351 5081-10
ehrenamtkvmain-spessart.brk.de  

Wernfelder Str. 1
97737 Gemünden

Was ist eine Schnelleinsatzgruppe?

SEG
Foto: D. Winter / DRK

Unter einer Schnelleinsatzgruppe – abgekürzt SEG – versteht man eine Gruppe aus medizinisch und / oder technisch ausgebildeten Einsatzkräften. Diese Gruppen unterstützen den Rettungsdienst bei grösseren Schadensfällen und bei einem Massenanfall von Verletzten und schließen dabei die Lücke zwischen Rettungsdienst und Katastrophenschutz.

Die Notwendigkeit ergab sich aus der Struktur des Rettungsdienstes. Der Rettungsdienst ist primär auf Individualnotfälle ausgerichtet, bei grösseren Schadensfällen ist bis in die frühen 90ziger Jahre oftmals eine Versorgungslücke aufgetreten, da Einheiten des Katastrophenschutzes für die Rettungsdienstunterstützung zu groß und träge waren.

Ab ca. 1988 wurden in Deutschland daher oftmals aus den Katastrophenschutzverbänden kleine flexible Einheiten gebildet, welche in der Lage sind, den Rettungsdienst Tag und Nacht schnell und effektiv zu unterstützen: die Schnelleinsatzgruppen waren gegründet.

Nach der Richtlinie für den Sanitäts- und Betreuungsdienst in Bayern vom 01.Oktober 2009 werden je nach übernommenen Aufgaben verschiedene Arten von Schnelleinsatzgruppen unterschieden:

  • SEG Behandlung

    Je nach Einsatzlage nimmt eine SEG Behandlung unterschiedliche Aufgaben wahr.

    • Registrierung von Verletzten
      Jede Person in einem Schadensgebiet muss registriert werden. Die SEG Behandlung führt die Registrierung der ihr zugewiesenen verletzten Personen durch.
      Die registrierten Daten werden u.a. an den Suchdienst des BRK weitergegeben, der Menschen bei der Suche nach ihren Angehörigen unterstützt.
    • Betreiben einer Verletztenablage
      An der Verletztenablage (oder Patientenablage) übernehmen die Helfer der SEG Behandlung Verletzte von Feuerwehr, THW oder anderen Hilfskräften.
      Hier werden lebensrettende Sofortmaßnahmen durchgeführt und – je nach Anzahl der Verletzten – eine erste Triage (Sichtung) vorgenommen.
      Kontaminierte Personen müssen ggf. vor der Behandlung durch die SEG GSGdekontaminiert werden.Die Patienten werden von der Verletztenablage  möglichst schnell einer weiteren Versorgung zugeführt.
      Das kann z.B. ein Krankenhaus oder ein Behandlungsplatz sein.
    • Betreiben eines Behandlungsplatzes
      Bei einem Behandlungplatz spricht man von einer Einrichtung, in der die Helfer in der Lage sind, eine bestimmte Anzahl von Verletzten in einem vorgegebenen Zeitraum zu versorgen.
      Je nach Größe des Behandlungsplatzes sind mehrere SEGn verschiedener Fachdienste nötig.Ein BHP-50 kann 50 Verletzte innerhalb einer Stunde notfallmedizinisch versorgen.
    • Unterstützung der SEG Betreuung
      Bei Einsätzen kommt es häufig vor, dass es zwar nur wenige Verletzte, aber eine große Anzahl von Betroffenen gibt. In diesem Fall können die Helfer der SEG Behandlung auch bei der Betreuung von unverletzten Personen eingesetzt werden.
  • SEG Transport

    Die Ausstattung und Personalstärke einer Schnelleinsatzgruppe Transport sind so ausgelegt, dass 4 verletzte Personen transportiert werden können.

    Die beiden KTW können getrennt eingesetzt werden.
    Im Sanitätseinsatz stellt die SEG Transport eine taktische Einheit dar, die dem SEG-Führer der SEG Behandlung unterstellt ist. Die Hauptaufgabe liegt hierbei darin, die Verletzten vom Behandlungsplatz in eine geeignete Klinik zu transportieren.

  • SEG Betreuung
    • Errichtung einer Notunterkunft – mit oder ohne Übernachtungsmöglichkeit
      Größere Einsätze können sehr lange dauern – denken wir beispielsweise an die Hochwasserkatastrophe 2013 in Deggendorf. Dort mussten innerhalb kürzester Zeit eine Vielzahl an Betroffenen versorgt und untergebracht werden.
    • Einrichten einer Essensausgabestelle
      Die Speisen, die von der SEG Verpflegung zubereitet werden, müssen in geordneter Art und Weise an die Betroffenen ausgegeben werden. Die SEG Betreuung verfügt über das nötige Material sowie entsprechend geschulte Helfer, um eine funktionierende Essensausgabe zu betreiben.
    • Registrierung der Betroffenen
      Jeder Mensch im Schadensgebiet muss registriert werden – alle Helfer, alle Patienten, alle unverletzten Betroffenen. Für letztere übernimmt die SEG Betreuung diese Aufgabe.
      Eine lückenlose Registrierung ermöglicht z. B. die Zusammenführung von Familien.
    • Sicherung sozialer Belange der Betroffenen
      Die persönlichen und sozialen Bedürfnisse der betroffenen Menschen bestehen natürlich auch im Schadensfall. Insbesondere hilfsbedürftige Menschen (Senioren, Kinder, Behinderte…) stellen in der Situation eine besondere Herausforderung dar. Die Helfer des Betreuungsdienstes unterstützen die Betroffenen hierbei.
    • Notfallnachsorge
      Die betroffenen Menschen im Schadensgebiet wurden oft plötzlich aus der Normalität des Lebens gerissen – durch einen Unfall oder ein Katastrophe beispielsweise.
      Der Betreuungsdiest hat die Aufgabe, diesen Menschen bestmöglich zur Seite zu stehen und ihnen das Gefühl zu geben, in dieser Situation nicht alleine zu sein.
    • Unterstützung anderer Fachdienste im Einsatz
      In längeren Einsätzen unterstützen die Helfer die anderen Fachdienste, z.B. bei der Versorgung von Verletzten.
  • SEG Verpflegung

    Die SEG Verpflegung des Kreisverbands Main-Spessart ist in Kreuzwertheim stationiert. Formell ist sie der SEG Betreuungzugeordnet.

    Die Helfer sind in der Lage, in einem Kochgang bis zu 300 Personen mit einer warmen Mahlzeit zu versorgen.

    Die Schnelleinsatzgruppe verfügt über einen gasbefeuerten Feldkochherd sowie über verschiedene weitere Geräte, die einen unabhängigen Betrieb – auch im Katastrophenfall – ermöglichen.
    Das gesamte Material wird in einem 12t-LKW transportiert.

    Bedingt durch den logistischen Aufwand hat die SEG für die Warmverpflegung eine Vorlaufzeit von ca. 2 Stunden. Diese Zeit benötigen die Helfer, um die notwendigen Zutaten in ausreichender Menge zu organisieren – zu jeder Tages- und Nachtzeit.

  • SEG Gefährliche Stoffe und Güter

    Im Jahr 2012 wurde in unserem Kreisverband eine SEG GSG (Gefährliche Stoffe und Güter) ins Leben gerufen.
    Die Schnelleinsatzgruppe ist dem Fachdienst CBRN(E) unterstellt und hat zur Aufgabe, kontaminierte Personen (verletzt und unverletzt) noch vor der Dekontamination notfallmedizinisch zu versorgen.

    Die Helfer der SEG verfügen über spezielle Schutzkleidung sowie Spezialausrüstung, um dem eingesetzten Personal die größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten.

    Die SEG GSG des Kreisverbands Main-Spessart ist in Lohr stationiert.
    Als Fahrzeug dient ein umgebauter Arzttruppwagen.

  • SEG Information und Kommunikation

    Die SEG Information und Kommunikation (SEG IuK) des Kreisverbands Main-Spessart ist in Marktheidenfeld stationiert.

    Hauptaufgabe der SEG ist die Unterstützung und Entlastung der Einsatzleitung.

     

    Der Einsatzleitwagen (ELW 2) ist mit modernster Kommunikationstechnik ausgestattet. Neben mehreren Funkgeräten stehen auch mehrere PCs mit mobilem Internetzugang, Telefon und Fax zu Verfügung.

     

  • SEG Technik und Sicherheit

    SEG Technik und Sicherheit (SEG T+S) des Kreisverbands Main-Spessart ist in Lohr stationiert.

    Die Helfer unterstützen andere taktische Einheiten mit ihren handwerklich-technischen Kenntnissen. Die Aufgabe der SEG T+S besteht darin, die Infrastruktur anderer Einsatzabschnitte aufzubauen und zu unterhalten. Ebenso übernimmt sie logistische Aufgaben und gewährleistet den Betrieb von technischem Gerät.

     

  • SEG Rettungshunde

    Aktuell werden in der SEG Rettungshunde Main-Spessart mehrere Hunde zum Rettungshund ausgebildet.

    Die SEG ist formell in Marktheidenfeld stationiert, die Rettungshundeführer stammen jedoch aus dem gesamten Landkreis.