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Gleichgesinnte finden / Gruppen-NeugründungenGleichgesinnte finden / Gruppen-Neugründungen

Gleichgesinnte finden / Gruppen-Neugründungen

Ansprechpartner

Frau
Simone Hoffmann


Tel:  09353 9817 86
selbsthilfekvmain-spessart.brk.de

Johann-Schöner-Str. 63
97753 Karlstadt

Was tun, wenn es zu meinem Thema keine Selbsthilfegruppe gibt?

Auch wenn es bereits viele Selbsthilfegruppen in unserem Landkreis gibt, findet man zu etlichen Themen und Krankheitsbildern in der Region keinen Kreis von weiteren Betroffenen – keine Gleichgesinnten.

Wir beraten Interessierte über die Möglichkeit einer Gruppengründung und stellen - wenn bereits vorhanden - auch Kontakte zu weiteren Einzelpersonen her.

Hier finden Sie Menschen, die sich gerne mit anderen Gleichgesinnten austauschen und  sich gegenseitig im Umgang mit der Problematik unterstützen wollen. Vielleicht können SIE dann gemeinsam eine Gruppe gründen.

Setzen Sie sich mit dem BRK Selbsthilfebüro Main-Spessart in Verbindung – wir unterstützen und beraten Sie gerne. Alle Anfragen werden vertraulich behandelt.

Telefon: 09353 – 98 17 86
Mail: selbsthilfekvmain-spessart.brk.de

Treffen erwachsener Legastheniker

Ein erwachsener von Legasthenie betroffener Mann, möchte sich mit Gleichgesinnten austauschen. Diskretion nach außen und Offenheit untereinander sind ihm dabei sehr wichtig. 
Bitte ans Selbsthilfebüro wenden.

Finger-Arthrose bzw. Fingerendgelenke

Eine 54 jährige Frau möchte sich gerne austauschen und sucht Kontakt zu Menschen, die auch unter Arthrose in den Fingerendgelenken leiden.

Multiple kartilaginäre Exostoxen

Eine Mutter möchte sich mit Gleichgesinnten austauschen, deren Kinder auch diese Erkrankung haben.

Chronische Erschöpfung (Chronic Fatigue)

„Anstrengend. Alles ist anstrengend. Egal ob einkaufen, spazieren gehen, am PC arbeiten, ein Buch lesen...Ausruhen. Ich muss mich immer wieder ausruhen oder hinlegen, um mich wieder etwas zu erholen und den Tag zu schaffen. Es gibt so viel tun, aber ich schaffe nur das Allernötigste. Ich habe mich von allem zurückgezogen, denn ich kann mit den anderen nicht mithalten. Ich habe nicht die Kraft dazu, obwohl man das mir nicht ansieht und es nicht nachvollziehen kann. Nur meine Familie erlebt, wie meine jeweilige Tagesverfassung ist.“

So geht es einer Frau aus Main-Spessart, die Gleichgesinnte sucht und an einer Gruppengründung interessiert ist. Bei Interesse bitte ans Selbsthilfebüro wenden

Hodenkrebs Erkrankung - ein heikles Thema und dennoch ist es wichtig, endlich darüber zu reden

 56 jähriger Mann mit Hodenkrebs möchte sich mit anderen Betroffenen austauschen und sucht Gleichgesinnte

Thema: Hodenkrebs was nun?! Oder das Leben des Mister X.

Seit meiner frühesten Jugend hatte ich nur einen Wunsch, ein Haus mit einem Raum, von dem die ganze Wohnung gleichmäßig beheizt werden kann. Eine Partnerin, die mich ein Leben lang begleitet. Eigene Kinder, somit eine Familie, wie es für jeden Menschen normal ist. (Nur nicht für mich).

Mein erster Wunsch, das Haus zu bauen in die Tat umzusetzen, glich einem Bombenangriff. Es hagelte Ärger mit Behörden und mit „freundlichen Mitmenschen“! In dieser schwierigen Zeiten schickte mir Gott einen Engel, die Partnerin, die in guten wie in schlechten Zeiten zu mir steht. Nur eines wussten wir nicht, das wir niemals eigene Kinder haben konnten.

Ich ging gezwungenermaßen freiwillig zu einem Urologen und lies mich untersuchen. Die Antwort kam schnell, sie haben „Hodenkrebs“. Was nun? An nächsten Tag wurde ich bereits operiert. Stunden zuvor wurde ich von jungen Ärzten abgetastet und begutachtet. Ich kam mir vor wie einer vom anderen Stern. Nachdem ich die OP überstanden hatte, folgte drei Wochen später die erste Chemotherapie.

Ich kämpfte mit Übelkeit, Erbrechen und mit der Angst, dass mich der Krebs von innen heraus zerstört. Nur gut, das ich eine Frau habe, die mir Mut machte und zu mir stand. Irgendwann hatte ich diesen ersten großen Schock überwunden. Ich verrannte mich in jede Art von Arbeit, die ich machen konnte. Blockte jeden Versuch ab, wenn jemand nur in meinem Umfeld das Wort Krebs erwähnte. So löste ich kein Problem, sondern verschob dieses nur. Die Jahre vergingen, ich wurde nachlässig. Obwohl ich ein- bis zweimal pro Jahr zu den regelmäßigen Untersuchungen ging, hatte ich wie ein Fluch diesen Krebs schon wieder. Damit hatte ich nicht gerechnet. Als ich nach der zweiten OP wach wurde, tastete ich meinen Körper ab. Alles was einen Mann in jungen Jahren aus machte war zerstört. Warum ICH?! Danach ging es weiter mit zehn Bestrahlungen.

Die ersten drei waren noch harmlos, ab der vierten bis zur siebten waren diese sehr heftig. Ab der achten bis zehnten blieb ich auf dem Heimweg mindestens eine halbe Stunde auf einem Parkplatz stehen. Denn ich fuhr zu den Bestrahlungsterminen jeden zweiten Tag mit dem eigenen Auto ins Krankenhaus zur ambulanten Behandlung. Nach der zweiten OP war nichts mehr so, wie ich es mir nach der ersten OP wieder mein Leben neu gestaltet hatte. Ich bekam eine höhere Dosis von Medikamenten, die die Leistungen des Körpers ruckzuck in die Höhe trieben und nach zehn Tagen, nach Verbrauch des Medikamentes, genauso schnell wieder verschwunden waren.

So wirken die Medikamente auf meinen Körper, wie als könnte ich Bäume ausreißen, dann wieder sehr schwach, bis hin zu schweren Aggressionen und Depressionen. Dies ist ungefähr so zu verstehen, wenn ein Maßkrug mit Bier, gefüllt und dann geleert wird, und im Endeffekt der Schaum immer im Glas bleibt. So kann ein Maßkrug auch überlaufen. So sind heute meine Reaktionen von null auf hundert zu verstehen.

Doch verstehen tut mich in Wirklichkeit keiner, vielleicht die Männer, die den gleichen Krebs bekämpft haben wie ich. Denn diese möchte ich zusammen führen, um Erfahrungen auszutauschen. Um somit eine Selbsthilfegruppe zum Thema Hodenkrebs zu gründen.

Heute im reifen Alter ziehe ich Bilanz aus diesem Leben mit Krebs. Die es betrifft, ziehen sich meistens zurück, doch hier schreit „Einer für alle“!

Vielleicht schreien bald Alle für Einen. Ein Betroffener aus Unterfranken!

Mister X